2016_Medoc Marathon

Medoc – Marathon        10. Sept. 2016

http://www.marathondumedoc.com/

„Der längste Marathon der Welt“ soll es scheinbar sein. Warum, weiss man erst wenn man es selber erlebt hat! Gehört und gelesen hatte ich schon viel. Einmal einen Marathon laufen zum Plausch ohne „Zeitdruck“, nur zum Geniessen.
So reisten Therese und ich per easyjet am Donnerstagabend von Basel nach Bordeaux. Weil es spät war, leisteten wir uns den Luxus per Taxi ins Hotel in der Stadt zu fahren. Am Freitagmorgen beim Frühstücken trafen wir auch noch andere Marathoniers. Alle waren schon gut aufgelegt und freuten sich auf die folgenden Tage. So fuhren wir mit dem Bus von Bordeaux nach in der Marathonort Paulliac. Hier wurden schon eifrig Marktstände für Wein, Käse und andere Spezialitäten sowie für Sportartikel aufgebaut. Weil fast alle in Kostümen starteten, konnte man hier auch noch Entsprechendes kaufen. Am Mittag fuhren wir dann noch mit dem Bus nach Lacanau ans Meer. Das Meer war stürmisch und lud nicht gerade zum Baden ein. Um 17 Uhr ging‘s wieder zurück nach Bordeaux zum Nachtessen in einem schönen Restaurant am Hafen. Leider benötigten wir infolge Stau fast die doppelte Zeit!

Samstag Marathon Tag: Um 6:30 Uhr wurden wir vom Bus abgeholt um nach Paulliac zu fahren, wo wir gegen 8 Uhr ankamen. Wer sich noch nicht verkleidet hatte, holte dies jetzt nach. Es war ein fröhliches Treiben fast wie an einer Fasnacht. Vor dem Start macht noch ein Seilakrobat seine Kunststücke über der Startlinie. Punkt 09:30 Uhr fiel der Startschuss und eine fröhliche, gut gelaunte Läuferschar von 8‘000 Läufern machte sich auf den langen Weg. Aber schon nach 800m konnte man zum ersten Mal Rotwein degustieren. Ich wollte mich schon schnell an den ungewohnten Rhythmus gewöhnen und nahm eine Kostprobe, denn ich hatte mir eine Ziel Zeit von 4:30 – 5 Std. vorgenommen. So lief ich relativ locker weiter und degustierte bei fast jeder Gelegenheit. Dazu gab es natürlich auch noch Wasser und viel Esswaren wie Gebäck.

In meinem Umfeld war ich fast der Einzige der Wein probierte. Etwa bei km 37 gab es noch Austern und Weisswein. Nach fast 40 Jahren hatte ich Gelegenheit wahrgenommen und wieder einmal eine Auster gegessen. Sie schmeckte mit dem sehr guten Weisswein ausgezeichnet. Die einzige feste Nahrung die ich während dem Lauf zu mir nahm, war ein Stück Entrecôte kurz vor Schluss. Trotz allem kam ich dann noch unter 4 Std. ins Ziel. Somit hatte ich das Startgeld zum Fenster hinausgeworfen. Es wird gemunkelt, dass jeder der schneller ist als 5:30 Std. das Startgeld verschleudere. Aber trotzdem hat es sich für mich gelohnt. Die Stimmung war überall sehr gut und fröhlich. Das Wetter war auch sehr gut. Es war warm, aber nicht zu heiss.

Die letzten 195 m lief man auf dem roten Teppich. Offizieller Zielschluss war nach 6:30 Std. So begaben wir uns kurz dem Ziel an die Strecke und wollte schauen, was für „Leichen“ ins Ziel tummelten. Aber nichts so haben wir beobachtet. Die meisten kamen im leichten Laufschritt die letzten Meter ins Ziel. Nach 6:30 Std. kamen immer noch viele ins Ziel. Ich hatte etwas gehört, dass nach 6:30 Std. immer 2‘000 Läufer nicht im Ziel waren. Der Zielschluss wurde auf 7:15 Std. verlängert.

Am Abend feierten und assen wir noch zusammen mit der Gruppe und bewunderten um 22 Uhr ein grossartiges Feuerwerk. Gegen Mitternacht trafen wir wieder mit dem Bus in Bordeaux ein.

 

 

Den Sonntag benutzten wir zusammen um ein Weingut zu besichtigen. Es wurde viel von Reben, Wein, Lagerung etc. gesprochen. Dazu wurde ausgiebig degustiert und noch gut gegessen.

Der Sonntagabend benutzen wir um noch ein bisschen die Altstadt von Bordeaux anzuschauen. Es war noch sehr mild und man konnte draussen Essen, Trinken und geniessen.

Am Montagvormittag machten wir uns wieder auf die Heimreise, die plangemäss verlief, so dass wir um 16 Uhr zu Hause waren.

Therese und Willi Guggisberg